Chamisso Ruhr
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Chamisso Ruhr

 

WDR3

Liebe Chamisso-Freunde,

am Freitag, dem 15.11. wird zwischen von 6 und 9 Uhr morgens ein Beitrag über die Chamisso-Tage an der Ruhr auf WDR 3 in der Sendung Mosaik zu hören sein. Sobald wir eine genauere Uhrzeit wissen, werden wir Sie hier darüber informieren. Den Link zur Sendung finden Sie hier: www.wdr3.de

derWesten.de


Schreiben

Autoklau an der Gesamtschule

von Tobias Mühlenschulte - 13.03.2013

Gelsenkirchen.

...aber nur auf dem Papier. In einer Schreibwerkstatt lernen GSÜ-Schüler im Grundkurs Deutsch, wie sie eine Geschichte schreiben. Schriftsteller Nicol Ljubic zeigt es ihnen.

Fünf Jugendliche von der Gesamtschule Ückendorf haben ihrem Oberstufenleiter Thomas Görges seinen Kleinbus gestohlen und sind damit auf der Flucht ... Wer jetzt seine Vorurteile über die Schüler der GSÜ bestätigt sieht, wird allerdings enttäuscht. Denn das kleinkriminelle Szenario spielt sich nur in der Fiktion ab und ist in den Köpfen des Grundkurses Deutsch der Stufe 11 entstanden. In einer mehrstündigen Schreibwerkstatt greift ihnen einmal pro Monat der Schriftsteller Nicol Ljubic unter die Arme. Am Ende des Projekts soll ein Buch stehen.
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„...Wenigstens ist er aus diesem Drecksloch raus. Wie weit würde dieser Affenzirkus überhaupt kommen ohne Führerschein?“ Dennis, einer der fünf Protagonisten der Geschichte, will abhauen aus Gelsenkirchen. Seinen Part übernehmen unter anderem Sabrin (20) aus Bulmke-Hüllen und Tufan (17) aus der Altstadt, zwei von fünf Schülern in der „Dennis-Gruppe“. „Es ist schon schwierig, auf einen Punkt zu kommen“, sagt Sabrin. „Jeder schreibt einen Satz anders. Man muss Kompromisse finden.“ Geschichten geschrieben haben sie vorher noch nie. Die neue Erfahrung mache Spaß, sagen sie und erwarten, dass nach der ersten Szene alles ein bisschen einfacher wird.
Jugendliche lassen ihre Probleme mit einfließen

Auch für Nicol Ljubic ist die Schreibwerkstatt eine neue Erfahrung. „Nach den ersten zwei Stunden mit den Schülern war mir klar, dass wir was Gutes zusammen machen können“, sagt der Literat. Die Schreibwerkstatt ist ein Projekt des Vereins für Literatur aus Dortmund und wird auch in fünf anderen Revierstädten durchgeführt. Bei der Abschlussveranstaltung im November werden alle Geschichten aus den Workshops vorgelesen.

Einmal pro Monat kommt Ljubic für acht Stunden an die GSÜ. „Während des ersten Treffens haben wir über seine Bücher und seine Biografie gesprochen“, erzählt Tufan. Und man habe sich genau angeschaut, wie er seine Bücher geschrieben hat.

Dann war es Zeit, selber etwas zu texten. Zunächst haben die Schüler einen Text über sich selber geschrieben. „Ich war echt angetan“, sagt Ljubic. „Das waren tiefe Texte, voller Vertrauen, selbstanalytisch.“ Nach dieser Übung habe man dann einen Plot für die gemeinsame Geschichte entwickelt. Der Prozess sei ihm wichtiger als der Text, so Ljubic. Bis zu acht Szenen à zehn Seiten sollen es werden. In ihre Geschichten lassen die Jugendlichen ihre Probleme mit einfließen. Jeder will aus einem anderen Grund abhauen: Zwangsverlobung, Familienstreit oder einfach nur weg aus Gelsenkirchen. So wie Dennis.

 

Dortmund.de

 

"Chamisso-Tage" und LesArt-Festival


Das zweiteilige "Chamisso- Literaturprojekt" startet bereits jetzt ruhrgebietsweit: der erste Teil beinhaltet fünfmonatige Schreibwerkstätten an Schulen unter Beteiligung von Chamisso-Autoren in den Städten Duisburg, Recklinghausen, Gelsenkirchen und Essen. Jede Werkstatt erstellt ein Buch mit den Texten der jungen Autoren/-innen.

Am 15. November wird das Projekt dann durch ein zentrales Abschluss-Lesefest für alle Mitwirkenden im Dortmunder U beendet.

Vom 13. bis 15. November findet zeitgleich unter dem Titel "Chamisso-Tage" der zweite Teil statt, ein facettenreiches Lesungsprogramm mit den genannten Autoren/-innen, die als Zuwanderer aus anderen Nationen stammen, aber in deutscher Sprache publizieren.

Die Veranstaltungen sind Bestandteil des Dortmunder Literaturfestivals Les Art, das vom 7. bis 17. November stattfindet und in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung veranstaltet wird. Das Chamisso-Projekt im Ruhrgebiet und Les Art werden vom Verein für Literatur und vom Kulturbüro organisiert.

Ruhr Nachrichten

 

Adelbert-von-Chamisso-Preis an Marjana Gaponenko

01.03.2013

München (dpa) Die Schriftstellerin Marjana Gaponenko ist in München mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis 2013 der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet worden.

Die in Odessa in der Ukraine geborene Autorin erhielt den mit 15 000 Euro dotierten Preis am Donnerstag für ihren Roman «Wer ist Martha?», wie die Stiftung mitteilte. Die Jury urteilte, Gaponenko habe damit einen «neuen, aufregenden Ton» in die deutschsprachige Gegenwartsprosa gebracht. Der aus Polen stammende Matthias Nawrat und die in Albanien geborene Anila Wilms wurden mit Förderpreisen in Höhe von jeweils 7000 Euro ausgezeichnet.

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende Beiträge zur deutschsprachigen Literatur von Autoren, deren Werk von einem Sprach- oder Kulturwechsel geprägt ist.

Infos zum Preis

WAZ - Essen

 

„Ein Dichter fällt nicht vom Himmel“

von Julia Witte - 22.02.2013

Steele. Essen war Kulturhauptstadt? Nicht ganz – denn streng genommen ist es die Stadt eigentlich immer noch. Dazu tragen jedenfalls 14 Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Klasse der Erich-Kästner-Gesamtschule einen großen Teil bei.

Bereits 2010 nahm die Schule an dem Literaturprojekt „Viele Kulturen – eine Sprache“ teil; jetzt, drei Jahre später, fiel der Startschuss für die zweite Auflage.
Eine große Familie mit engvertrauten Mitwirkenden

Und das im gleichen Umfang und mit dem gleichen Autor und Schreibwerkstatt-Leiter namens José F. A. Oliver und wieder einmal ausgelobt von der Robert-Bosch-Stiftung, die das Projekt finanziell unterstützt. Schon 2010 hätte die Arbeitsweise der Schüler Berge versetzt - dass es nun zu einer Fortsetzung kommt, ist „eine tolle Auszeichnung und großes Glück für die Stadt Essen“, wie es Bürgermeister Rudolf Jelinek (SPD) formuliert. Er sei gespannt, was die Autoren in spe in ihrer Schreibkiste bereithalten würden.

Laut Matthias Sachau vom Verein für Literatur in Dortmund und Leiter des Gesamtprojektes, käme nun wieder eine große Familie mit engvertrauten Mitwirkenden zusammen, die 2010 schon mit dem Buch „Hallo Moritz! Ja, anders in Essen, ja“ überzeugte. Neu ist diesmal jedoch der Veranstaltungsort für gemeinsame Treffen; diese finden in regelmäßigen Abständen im Grend-Kulturzentrum statt und nicht wie 2010 in der Schule.

Zwar steckt das Projekt nach wenigen Tagen noch in den Kinderschuhen, aber wenn es so weitergeht, wie bisher, dann ist der Erfolg eigentlich schon programmiert. „Die Jugendlichen sind überaus aufmerksam und engagiert“, lobt José Oliver den Aktivismus der jungen Schriftsteller. Die Zusammenarbeit laufe optimal, Deadlines würden eingehalten und es herrsche rege E-Mail-Kommunikation. Und das wohlbemerkt alles außerhalb der schulischen Zeit.

Das angestrebte Werk mit Gedichten und Prosatexten soll bis zum Herbst rund 100 Seiten dick sein. Dabei stünde, so Oliver, literarisches Schreiben und weniger das kreative Schreiben im Vordergrund.

„Ein Dichter fällt nicht einfach so vom Himmel. Ich glaube nicht an Genies, aber an harte Arbeit“, weiß der Schriftsteller, der schon mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Auf die harte Arbeit kann er sich sicherlich verlassen, schließlich ist die Teilnahme der Schüler freiwillig und die Begeisterung groß. „Das ist eine super Möglichkeit, die darüber hinaus großen Spaß macht. Aufgrund der vollen Lehrpläne hat so etwas ja leider nicht viel Platz in der Schule“, so Teilnehmer Jan Kurowski und seine Mitschülerin Sarah Becker ergänzt: „Ein tolles Gefühl, dass wir ernst genommen und respektiert werden.“